Holger Döbert (Chem.Ing.)

anwendungsbezogene Werkstoffberatung, Korrosion und Korrosionsschutz, Schadensaufklärung

Lochkorrosion (Lochfraß)

Lochkorrosion kann bei allen Werkstoffen auftreten, die oxidische Schutzschichten bzw. Passivschichten ausbilden. Es handelt sich um eine örtlich begrenzte Zerstörung der Schutzschicht. Ausgangspunkte sind Fehlstellen an der Werkstoffoberfläche. Dort entstehen kleinste anodische Zonen, deren großflächige Umgebung kathodisch wirkt. Nach Ablauf einer Stunden bis Jahre dauernden Inkubationszeit bilden sich Korrosionskeime, aus welchen sich dann wanddurchdringende Löcher entwickeln. Bei nichtrostenden Stählen sind in etwa 90% aller Schäden Chloride verantwortlich.

Neben Art und Konzentration der Chloride sowie der Temperatur beeinflussen zahlreiche weitere Faktoren die Geschwindigkeit der Lochkorrosion. Besonders negativ wirken Stillstandzeiten und saure pH-Werte.

In Extremfällen können sogar Bauteile aus Titan eine Lochkorrosion erleiden, zum Beispiel in heißen und sauren konzentrierten Lösungen aus Chloriden.

beginnende Lochkorrosion an einem Blech aus 1.4301

beginnende Lochkorrosion an einem Blech aus dem nichtrostenden Stahl 1.4301 nach 10 Tagen Einsatz in salzsäurehaltigem Reiniger

Lochkorrosion an einer Verschraubung aus 1.4571

Lochkorrosion an einer Verschraubung aus dem nichtrostenden Stahl 1.4571 nach mehreren Monaten in chlorid-haltigem Wasser

 

 

 

Biokorrosion

durch biologischen Bewuchs befallenes Laufrad einer Seewasserpumpe

 

 

 

Biokorrosion

Rest einer Seeanemone auf der Oberfläche eines durch Mikroben korrodierten Bauteils